Einführung des GermanVasc

Abstract

Zusammenfassung
Die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens, anstehende gesetzliche Novellierungen und ein inhomogenes Patientenkollektiv verlangen nach leistungsfähigen Methoden der Qualitätssicherung und Versorgungsforschung in der Gefäßmedizin. Mehr als 12 etablierte internationale Registerprojekte zeigen bereits seit Jahren, wie wichtig klinische Register als komplementäre Methode zu den randomisierten kontrollierten Studien („randomized controlled trial“, RCT) sind. In Nordamerika beispielsweise konnte durch Ableitung von Behandlungsparametern die Rezidivstenoserate bei der Versorgung der extrakraniellen Karotisstenose signifikant gesenkt werden. In England führte die registerbasierte Qualitätssteigerung bei der elektiven Versorgung des Bauchaortenaneurysmas (BAA) zu einer Senkung der Mortalitätsrate von 7,5 auf etwa 2,4% innerhalb von 4 Jahren. Im Gegensatz zu vielen Ländern im europäischen und außereuropäischen Ausland verfügt Deutschland derzeit noch über kein gemeinsames populationsbezogenes Register für alle vaskulären Behandlungen. Mit dem prospektiven BAA-Register wird derzeit nur ein kleiner Teil des vaskulären Versorgungsspektrums erfasst. Die verpflichtende sektorenübergreifende Qualitätssicherung zur Karotisrevaskularisation bietet mit jährlich etwa 33.000 Datensätzen zwar ein annähernd vollständiges Bild der deutschen Karotisversorgung, in die Auswertung gehen allerdings nur Sekundärdaten mit eingeschränkter Validität ein. Mit dem gemeinsamen Gefäßregister für Deutschland GermanVasc können die Versorgungsrealität des einwohnerreichsten europäischen Landes erfasst und bisher unbeantwortete Fragestellungen besser beantwortet werden.

Bibliographical metadata

Original languageGerman
ISSN0948-7034
DOIs
Publication statusPublished - 2014