Therapie des abdominellen Aortenaneurysmas

Abstract

Kurzfassung: Zur invasiven elektiven und notfallmäßigen
Therapie des abdominellen Aortenaneurysmas
steht vor allem das offen-chirurgische
und das endovaskuläre Verfahren zur Verfügung.
Aufgrund einer deutlich erhöhten Mortalitätsrate
im rupturierten Stadium sollte dabei
stets ein elektives Vorgehen angestrebt werden.
Die rechtzeitige Identifizierung erkrankter Patienten
im asymptomatischen Stadium, beispielsweise
im Rahmen eines Aortenscreenings für Risikogruppen,
ist aus diesem Grund von größter Wichtigkeit.
Trotz mehrerer randomisierter Studien zu
den genannten Therapieoptionen kann bis heute
keine vereinfachende Therapieempfehlung für eines
der beiden konkurrierenden Verfahren ausgesprochen
werden. Die Indikationsstellung erfordert
stets eine sehr differenzierte Berücksichtigung
aller eingehenden Faktoren. Auch ohne eine
klare Empfehlung hat die endovaskuläre Versorgung
des Aortenaneurysmas in vielen Ländern,
so auch in Deutschland, bereits einen Anteil von
über 50 % erlangt. Die kontinuierliche Verbesserung
von Verfahren und Material spiegelt sich in
einer signifikant kürzeren Krankenhausverweildauer
und in einer niedrigeren Letalität der EVAR
bei hohen technischen Erfolgsraten wider. Im
Hinblick auf Langzeitergebnisse profitieren heute
überwiegend ältere Personen von einer endovaskulären
Aneurysma-Ausschaltung, für die aufgrund
eines hohen OP-Risikos eine offen-chirurgische
Versorgung nicht in Frage kommt. Zukünftig
werden, bei einem vergleichbaren Outcome beider
Verfahren, auch gesundheitsökonomische Aspekte
eine Rolle spielen und in die Empfehlungen
eingehen.

Bibliographical metadata

Original languageGerman
ISSN1812-9501
Publication statusPublished - 2014